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Diskretes STI-Testkit auf Holztisch

Genitaler Erreger

Mycoplasma genitalium — resistenzgerecht behandelt, nicht nach Schema F.

Mycoplasma genitalium ist ein anerkannter Auslöser von Harnröhren- und Gebärmutterhalsentzündungen — und zunehmend resistent gegen die bisherigen Standardantibiotika. Wir behandeln nach aktuellem europäischem Therapiealgorithmus, wo möglich resistenzgeleitet statt mit einer pauschalen Einmalgabe.

Bald wieder erhältlich
  • Positiver NAAT-Test nötig
  • Sequenztherapie statt Einmalgabe
  • Resistenzlage transparent erklärt
  • Deutsche Ärzt:innen
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Kein Automatismus mehr

Azithromycin allein ist nicht mehr die Standardtherapie.

Lange galt eine einmalige oder kurze Azithromycin-Gabe als Erstlinientherapie. Weil Resistenzen deutlich zugenommen haben, empfiehlt die aktuelle europäische Leitlinie inzwischen eine zweiphasige, resistenzgeleitete Sequenztherapie: zunächst rund eine Woche Doxycyclin, um die Keimlast zu senken, danach — abhängig vom Ergebnis eines Makrolidresistenztests — entweder Azithromycin bei empfindlichen Stämmen oder direkt Moxifloxacin bei nachgewiesener Resistenz. Ist keine Resistenztestung verfügbar, behandeln wir nach dem etablierten Stufenschema mit Azithromycin als Erstlinie und Moxifloxacin als Ausweichoption bei Therapieversagen.

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Die Resistenzlage ist real, keine Panikmache

In Teilen Deutschlands sind schon über 70 % der Stämme makrolidresistent.

Eine mehrjährige Berliner Untersuchung fand eine Gesamt-Resistenzrate gegen Azithromycin von rund 73 %, bei Männern, die Sex mit Männern haben, teils über 88 %. Auch die Resistenz gegen Moxifloxacin (die wichtigste Reserveoption) nimmt zu — insgesamt rund ein Fünftel der untersuchten Stämme, in manchen Gruppen deutlich mehr. Doppelt resistente Stämme, die auf beide Wirkstoffgruppen kaum noch ansprechen, werden häufiger. Genau deshalb ist eine Resistenztestung vor der zweiten Therapiephase so wichtig, und genau deshalb verschreiben wir kein Antibiotikum blind nach altem Schema, wenn wir es vermeiden können.

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Nicht jeder positive Test bedeutet sofort Antibiotika

Behandelt wird bei Beschwerden — nicht routinemäßig beim Screening.

Ein Screening symptomfreier Personen auf Mycoplasma genitalium wird von aktuellen Leitlinien ausdrücklich nicht empfohlen, weil unklar ist, wie viele beschwerdefreie Infektionen von selbst ausheilen und wie hoch das tatsächliche Übertragungsrisiko ist. Behandelt wird deshalb gezielt bei Symptomen einer Urethritis, Zervizitis oder Beckenentzündung — und wenn deine Partnerin oder dein Partner positiv getestet wurde. Ohne eigene Symptome und ohne positiven Partnerbefund raten wir eher zur Testung des Partners als zur sofortigen Antibiotikagabe bei euch beiden.

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Mögliche Anzeichen

Das können Hinweise sein.

  • Bei Männern meist Brennen beim Wasserlassen und klarer bis milchiger Ausfluss aus der Harnröhre (nicht-gonorrhoische Urethritis)
  • Bei Frauen häufig vermehrter oder veränderter Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex, gelegentlich Zwischenblutungen — Zeichen einer Zervizitis
  • Ein großer Teil der Infektionen verläuft ganz ohne Symptome — je nach Studie bleiben 40 bis über 90 % der Infizierten beschwerdefrei, bemerken die Infektion also gar nicht
  • Unbehandelt oder bei wiederholten Infektionen kann sich der Erreger aufsteigen: bei Frauen als Entzündung im kleinen Becken (PID), bei Männern selten als Nebenhoden- oder Prostataentzündung

Wichtiger Hinweis

Bekommst du zusätzlich zu Ausfluss oder Brennen Fieber, starke Unterbauch- oder Rückenschmerzen oder ein deutliches Krankheitsgefühl, kann sich die Infektion bereits auf Gebärmutter, Eileiter oder Nebenhoden ausgeweitet haben — das gehört in eine Praxis oder Ambulanz vor Ort und nicht in die reine Fernbehandlung. Bist du schwanger oder stillst du, sag uns das im Fragebogen: Doxycyclin und Moxifloxacin kommen dann nicht infrage, wir wählen ein anderes Regime.

Ehrlich über Resistenzen statt pauschales Rezept

Der Erreger ist gut behandelbar — die Zeiten der Einmaltherapie sind trotzdem vorbei.

Mycoplasma genitalium wurde erst in den 1980er-Jahren entdeckt und ist heute als eigenständiger, klar krankheitsverursachender Erreger anerkannt — anders als bei Ureaplasma, wo bis heute diskutiert wird, ob ein positiver Nachweis überhaupt behandlungsbedürftig ist. Mycoplasma genitalium verursacht nachweisbar Urethritis und Zervizitis und kann, unbehandelt, zu einer Entzündung im kleinen Becken führen. Diese klarere Ursache-Wirkungs-Beziehung ist auch der Grund, warum wir bei Symptomen konsequenter zur Behandlung raten als bei Ureaplasma.

Was sich in den letzten Jahren verändert hat, ist der Weg dorthin: Weil der Erreger als zellwandloses Bakterium ohnehin nur auf wenige Antibiotikagruppen anspricht (Tetracycline, Makrolide, bestimmte Chinolone), treibt jede unnötige oder falsch dosierte Behandlung die Resistenzbildung zusätzlich an. Deshalb setzen wir, wo im Labor verfügbar, auf eine resistenzgeleitete Sequenztherapie und erklären dir ehrlich, wenn eine Reserveoption wie Moxifloxacin mit eigenen Vorsichtsmaßnahmen (keine Anwendung in Schwangerschaft oder bei unter 18-Jährigen, Vorsicht bei Sehnenbeschwerden) nötig wird.

Häufig gefragt

Wenn du nur eine Frage hast — sie steht wahrscheinlich hier.

Was ist der Unterschied zu Ureaplasma?+

Mycoplasma genitalium gilt als eigenständiger, klar krankheitsverursachender Erreger von Urethritis, Zervizitis und Beckenentzündungen. Bei Ureaplasma ist dagegen bis heute umstritten, ob ein positiver Nachweis überhaupt behandelt werden muss. Deshalb raten wir bei Mycoplasma genitalium bei Symptomen konsequenter zur Therapie.

Welche Antibiotika kommen zum Einsatz?+

Nach aktuellem europäischem Standard idealerweise eine Sequenztherapie: zunächst rund 7 Tage Doxycyclin, danach je nach Resistenztest entweder Azithromycin (empfindliche Stämme) oder Moxifloxacin (resistente Stämme). Ist keine Resistenztestung möglich, behandeln wir nach dem etablierten Stufenschema mit Azithromycin als Erstlinie und Moxifloxacin als Ausweichoption bei Therapieversagen.

Muss ich sofort behandelt werden, wenn mein Test positiv ist?+

Nicht automatisch. Ohne Symptome und ohne positiv getestete Partnerin oder positiv getesteten Partner wird ein Screening auf Mycoplasma genitalium aktuell nicht empfohlen — wir besprechen mit dir, ob eine Behandlung in deiner Situation wirklich sinnvoll ist.

Was, wenn die erste Therapie nicht anschlägt?+

Dann wechseln wir gezielt das Antibiotikum, im Regelfall zu Moxifloxacin, sofern das nicht schon eingesetzt wurde. Bei erneutem Versagen gibt es mit Pristinamycin eine seltener genutzte Reserveoption, die aber in der Schwangerschaft wegen begrenzter Datenlage vermieden wird.

Brauche ich für die Behandlung ein Rezept?+

Ja. Doxycyclin, Azithromycin und Moxifloxacin sind in Deutschland durchgehend verschreibungspflichtig.

Muss meine Partnerin oder mein Partner auch behandelt werden?+

Sie oder er sollte sich testen lassen. Behandelt wird dann gezielt bei einem positiven Ergebnis, mit demselben Antibiotikaschema wie bei dir — nicht automatisch ungetestet, wie es bei manchen anderen Genitalinfektionen üblich ist.

Ich bin schwanger — geht das trotzdem?+

Doxycyclin und Moxifloxacin sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. Sag es uns im Fragebogen, dann prüfen wir Azithromycin als Alternative oder holen bei Bedarf eine zusätzliche Einschätzung ein.

Positiver Test, klare Strategie — statt Rezept nach Schema F.

Fragebogen ausfüllen — wir wählen die Therapie nach Resistenzlage und Befund, nicht nach Reflex.

Bald wieder erhältlich