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Ältere Person hält eine warme Tasse mit beiden Händen — symbolisch für den bewussten Umgang mit Gelenkbeschwerden

Gesundheitsinformation

Arthrose

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der Gelenkknorpel abnutzt und die darunterliegenden Knochen geschädigt werden.

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. In Deutschland sind etwa 5 Millionen Menschen betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich – ab 65 Jahren zeigt etwa die Hälfte aller Menschen arthrotische Veränderungen im Röntgenbild. Am häufigsten betroffen sind Knie, Hüfte, Hände und Wirbelsäule. Obwohl Arthrose nicht heilbar ist, können Bewegung, Gewichtsreduktion und gezielte Therapien die Beschwerden erheblich lindern und das Fortschreiten verlangsamen.

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Typische Symptome

  • Anlaufschmerz: Schmerzen zu Beginn einer Bewegung, die nach einigen Schritten nachlassen
  • Belastungsschmerz: Schmerzen bei längerer Belastung des Gelenks
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Ruheschmerzen und nächtliche Schmerzen
  • Steifigkeit nach Ruhephasen, besonders morgens (meist unter 30 Minuten)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks
  • Schwellungen und Ergussbildung im Gelenk bei Entzündung
  • Knirschende oder knackende Geräusche bei Bewegung (Krepitation)
  • Verformung des Gelenks bei fortgeschrittener Arthrose
  • Muskelverspannungen um das betroffene Gelenk
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Ursachen & Risikofaktoren

Meist steht ein altersbedingter Verschleiß des Gelenkknorpels am Anfang (primäre Arthrose), begünstigt durch Übergewicht – jedes zusätzliche Kilo belastet die Gelenke spürbar mehr – sowie durch Fehlstellungen wie O-Beine oder X-Beine. Auch vorangegangene Verletzungen wie Meniskusschäden, Kreuzbandrisse oder Knochenbrüche erhöhen das Risiko, ebenso wie berufliche oder sportliche Überlastung durch dauerhafte Fehlbelastung.

Daneben spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle. Entzündliche Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis können zu einer sekundären Arthrose führen, und auch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht zählen zu den Risikofaktoren.

Ältere Person hält eine warme Tasse mit beiden Händen — symbolisch für den bewussten Umgang mit Gelenkbeschwerden
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Diagnose

  1. 1Anamnese: Schmerzcharakter, Verlauf, Funktionseinschränkungen
  2. 2Klinische Untersuchung der Gelenke: Beweglichkeit, Schwellung, Druckschmerz
  3. 3Röntgenuntersuchung: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten (knöcherne Anbauten)
  4. 4MRT zur detaillierten Beurteilung von Knorpel, Menisken und Weichteilen
  5. 5Laboruntersuchungen zum Ausschluss entzündlicher Gelenkerkrankungen
  6. 6Gelenkpunktion bei unklarem Erguss
  7. 7Wichtig: Röntgenbefund und Beschwerden korrelieren nicht immer!
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Behandlungsmöglichkeiten

Konservative Therapie (erste Wahl):

  • Bewegungstherapie: Erhalt der Gelenkfunktion, Muskelaufbau – wichtigste Maßnahme!
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht – entlastet die Gelenke erheblich
  • Physiotherapie mit gezielter Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur
  • Schmerzmittel: NSAR (Ibuprofen, Diclofenac), Paracetamol – zeitlich begrenzt
  • Physikalische Therapie: Wärme, Kälte, Elektrotherapie
  • Orthopädische Hilfsmittel: Einlagen, Orthesen, Gehstützen, Pufferabsätze

Weitere Optionen:

  • Gelenkinjektionen: Hyaluronsäure zur Verbesserung der Gelenkschmiere
  • Kortison-Injektionen bei akuter Entzündung (nicht dauerhaft)
  • Ergotherapie zur Gelenkschonung im Alltag
  • Gelenkersatz (Endoprothese) bei fortgeschrittener Arthrose mit hohem Leidensdruck

Wichtig

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

  • Plötzliche starke Schwellung eines Gelenks (Verdacht auf Infektion oder Gichtanfall)
  • Rötung und Überwärmung des Gelenks
  • Fieber bei Gelenkbeschwerden
  • Rasche Verschlechterung der Beweglichkeit
  • Gelenkblockaden – das Gelenk lässt sich nicht mehr bewegen
  • Instabilitätsgefühl im Gelenk
  • Erhebliche Einschränkung der Gehstrecke
  • Schmerzen, die den Schlaf massiv stören

Häufig gestellte Fragen

Ist Bewegung bei Arthrose schädlich?
Nein, im Gegenteil! Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung ist die wichtigste Maßnahme bei Arthrose. Sie verbessert die Ernährung des Knorpels, stärkt die Muskulatur und erhält die Beweglichkeit. Geeignet sind Schwimmen, Radfahren, Aquagymnastik und Walking.
Kann Arthrose rückgängig gemacht werden?
Einmal geschädigter Knorpel kann sich nicht vollständig regenerieren. Allerdings können die Beschwerden durch Bewegung, Gewichtsabnahme und Therapie oft deutlich gelindert werden. Das Fortschreiten der Arthrose kann verlangsamt werden.
Wann ist ein künstliches Gelenk sinnvoll?
Ein Gelenkersatz kommt in Frage, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr helfen, die Lebensqualität stark eingeschränkt ist und der Leidensdruck hoch. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Orthopäden getroffen werden. Moderne Prothesen ermöglichen meist eine deutliche Verbesserung.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gelenkbeschwerden wenden Sie sich bitte an einen Orthopäden.